Frauen der SG Ingelheim/ Drais sind Meister

Frauen der SG Ingelheim/ Drais sind Meister
Die Damen der SG Ingelheim/Drais sind Meister der Landesliga Rheinhessen 2020

Mainz/ Ingelheim. Eine durch das Coronavirus abgebrochene und deshalb etwas seltsame Saison in der Frauenfußball Landesliga Rheinhessen, endete für die vom ersten Spieltag an der Tabellenspitze stehenden Frauen der SG Ingelheim/ Drais dennoch mit der verdienten Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die Verbandsliga Südwest. Der SWFV wertete nämlich die Spielzeit anhand der bis zum Zeitpunkt das Abbruchs erreichten Punkte und da das Team der beiden Trainer Yannis Müller und Björn Peters, trotz kleiner Wackler und einem 2:2-Unentschieden gegen den Tabellenzweiten aus Leiselheim, ungeschlagener Tabellenführer mit 28 Punkten aus 11 Spielen und einem Torverhältnis von 43:6 war, stand am Ende der Titel am „Grünen Tisch“. Dennoch dürfen die SG-Frauen stolz auf diese Meisterschaft, die die richtige Belohnung für eine tolle Saison ist, sein.
„Nach dem Abstieg im vergangenen Jahr lag der Fokus von Beginn an auf dem direkten Wiederaufstieg in die Verbandsliga Südwest“, hatten die Coaches ein klares Ziel. „Neben jungen Spielerinnen aus der eigenen Jugend konnten wir uns auch durch externe Neuzugänge wichtig verstärken. Durch intensive Arbeit an der taktischen Einstellung, leidenschaftlichem Einsatz des gesamten Teams und einem familiären Vereinsumfeld ist das erreichen des Saisonziels und der damit verbundene Aufstieg, ein Ergebnis der intensiven Arbeit bei der SG Ingelheim/Drais“, wissen die beiden auch, was die wichtigsten Bausteine zum Erfolg waren.


Begonnen hatte die erfolgreiche Reise mit einem Dämpfer im Pokal. In der ersten Runde empfing die SG den VfR Wormatia Worms II und schied am Ende, gegen das mit einigen Erstmannschaftsspielerinnen verstärkte Wormser Team, im Elfmeterschießen aus. Lana Finkenauer (30.) und Nadine Werner (120.) hatten zweimal eine Gästeführung ausgeglichen und so den finalen Shoutout ermöglicht.


Doch mit dem ersten Spiel der Punktrunde begann dann der Siegeszug des Müller/ Peters-Teams, der Allrounderin Lara Gercek die Gewissheit gab, dass es bestimmt auch mit vollständiger Saison zum Titel gereicht hätte: „Ich freu mich über die Meisterschaft, aber ich finde es auch schade, dass wir es nicht bis zum Ende ausspielen konnten“, lautete ihr Statement zum Aufstieg.


Im Auftaktmatch wurde der TuS Wörrstadt durch Tore von Emily Bender, Stephanie Weritz (3), N. Werner, Antonia Schön und Annika Süßenbach und teils sehenswerten Kombinationen mit 7:0 zerlegt.
Als nächstes stand die Revanche bei Mitfavorit und Pokalschreck Worms II an. Nach nervöser ersten Hälfte und einem Weritz-Treffer (40.), der für den 1:1-Halbzeitstand sorgte, öffnete Laura Bullmann mit einem 40-Meter-Kracher zum 2:1 (62.) das Tor zum Sieg. „Ich hab mir einfach gedacht ich probiere es mal und dann war er drin“, erklärte die Schützin ihr fulminantes Tor. In der Folge kombinierte sich die SG mehrfach wunderschön durch die Wormser Abwehr und sicherte sich durch zwei weitere Treffer von Darleen Werner und Süßenbach einen wichtigen und hochverdienten 4:1-Auswärtssieg beim letztjährigen Titelträger aus der Nibelungenstadt. Bemerkenswert war hier, dass Spielführerin Antonia Schön die verletzte Torhüterin Annika Schmitt, wie fast während der gesamten Vorrunde, hervorragend im Tor vertrat und ein sicherer Rückhalt des Teams war.


Es folgte ein 5:0 in Flonheim. Süßenbach (2), Bender, Nora Kußmann und die an der Schulter verletzte und deshalb im Feld eingesetzte Torhüterin Annika Schmitt erzielten die Treffer.
Dann ein 12:1-Kantersieg gegen den TV Albig bei dem Weritz (5), Bullmann (2), Janina Back, Süßenbach, Bianca Dechent, Martha Dengel und Schmitt treffsicher waren.


Am sechsten Spieltag ging es gegen starke Gastgeberinnen der Sportfreunde Dienheim mit einem 0:1-Rückstand in die Pause. Danke einer großen Willensleistung und einer taktischen Umstellung auf zwei Stürmer wurde am Ende dennoch gewonnen. Die beiden Stürmer, Bender (50.) und Weritz (70.), stachen nämlich und sorgten für den 2:1-Endstand.
Das folgende Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten von der SG Leiselheim war dann der schwarze Fleck auf der weißen Meisterweste. Vor 130 Zuschauern ging die SG Ingelheim/ Drais mit einigen Personalproblemen in die Partie und hatte keine nominelle Innenverteidigerin zur Verfügung. „Ich konnte ja fast die halbe Saison verletzungsbedingt nicht mitspielen“, berichtet die in dieser Partie erstmals ausgefallene Abwehrspielerin Friederike Biesterfeld. „Ich fand aber toll, dass wir Zusammenhalt hatten und auch die Verletzten meistens gucken kamen und beim Team waren“, nennt sie einen wichtigen Erfolgsfaktor. Im Spitzenspiel war man zwar leicht feldüberlegen, leistete sich aber immer wieder Schnitzer in der Defensive und musste zweimal einem Rückstand hinterher laufen. Kim Fuchs mit dem schönsten Tor der Saison, einem 35-Meter-Geschoss in den Torwinkel (23.), und Weritz, die aus 18-Metern überlegt ins Dreieck schlenzte (88.), glichen jeweils aus. Fast hätte Finkenauer noch zum 3:2-Sieg getroffen. Doch die ohnehin bärenstarke Leiselheim-Keeperin kratzte den tollen Schuss aus dem Kreuzeck (90. +2).
Der SC Lerchenberg II, der ohne Wertung antrat und ein toller und fairer Gegner war, wurde mit 11:0 geschlagen. Finkenauer (5), Zoe Lersch bei ihrem Debüt für die SG (3), N. Werner, Vivienne Detambel und Schön erzielten die Tore.


„Ich bin stolz auf die Mannschaft. Ohne Niederlage die Hinrunde beendet zu haben zeigt, dass wir von Anfang an stark und konzentriert auf den Aufstieg hingespielt haben“, fasste Außenverteidigerin Nina Mucciacito treffend zusammen.


Schwer war die Heimpartie gegen die erste SC Lerchenberg-Mannschaft. Mit einem wahren Abwehrbollwerk und gefährlichen Kontern waren die Gäste ein sehr unangenehmer Gegner und führten plötzlich mit 1:0. Eine direkt verwandelte Bullmann-Ecke besorgte mit dem Halbzeitpfiff den Ausgleich (45.) und ruhigere Pausen-Stimmung der SG-Mädels. Back war es dann, die den Sturmlauf der zweiten Hälfte mit dem verdiente 2:1-Siegtor krönte (64.).


D. Werner (23.) und Bender (58.) besorgten im folgenden Spiel die Treffer zum ungefährdeten Sieg gegen die harmlosen und nur auf Schadensbegrenzung ausgerichteten Gastgeberinnen vom SV Bretzenheim II. Hier hütete N. Werner das SG-Tor und löste die Aufgabe souverän.
In der folgenden Partie, in Ober-Olm, kam dann der große Auftritt des Meisterkükens, Verena Müller-Baltes, die eine der stärksten Spielerinnen der Saison war. Bei durch starken Nebel irregulären Bedingungen, mauerten sich die Frauen des SV II lange zu einem 0:0, bis Müller-Baltes zum Schuss kam und die schier unüberwindliche Gastgeber-Torhüterin, mit einem unhaltbaren Winkelschuss, ins leere fliegen ließ und so das golden Tor erzielte (80.). „Ende der zweiten Halbzeit kam ein Abpraller relativ mittig auf Höhe des Sechzehners auf mich zu. Ich habe kurz überlegt den Ball noch eine Station durchzulassen, es dann aber doch selbst versucht und, wahrscheinlich auch weil die Torhüterin meinen nicht sonderlich strammen Schuss erst sehr spät gesehen hat, getroffen“, erinnert sich die Siegtorschützin noch recht genau an ihren Geniestreich.


Zum Jahresabschluss folgte noch ein toller 6:0-Heimauftritt gegen den TuS Wörrstadt II bei dem Finkenauer, Fuchs, Süßenbach (2), Lisa Märtin und Schön die Kugel im Tor versenkten und das gesamte Team mit tollem Kombinationsfußball einen Strich unter die Vorrunde und wie sich später herausstellte die gesamte Saison zog.


„Es ist eine etwas komische Freude. Einerseits freut man sich natürlich, dass man den Aufstieg geschafft hat, andererseits hätte man den Titel schon gerne auf dem Platz, direkt nach dem Abpfiff, gefeiert“, beschreibt Spielführerin Schön ihre Gefühle. „Nichts desto trotz heißt es jetzt schon den Fokus auf die neue Saison zu legen und zu versuchen den Klassenerhalt sicher zu schaffen“, beginnt bei ihr direkt schon die Planung für die Verbandsliga.


Letztendlich hat es die Mannschaft hinbekommen auf alle Situationen und Ereignisse die richtige Antwort zu geben und immer an den Sieg zu glauben. Alleine dafür haben die Frauen der SG Ingelheim/ Drais die Meisterschaft und den Aufstieg absolut verdient.